Kroatienführer > Geschichte, Kultur und Religion

GESCHICHTE

7. Jahrhundert

Avaren und Slawenen besiedeln das Territorium des heutigen Kroatiens. Kroaten siedeln sich auf dem Gebiet nach einer gewonnenen Schlacht gegen die Avaren. Während des Mittelalters ist Kroatien unter der Herrschaft der Franken.

879

Papst Ivan der VIII erlaubt dem Fürsten Branimir über das Land zu regieren und legt damit das Fundament für das heutige Kroatien.

925

Der Papst Ivan der X, nennt in einem Brief den kroatischen Herrscher als kroatischen König. Daher wird dieses Jahr als Beginn des kroatischen Königsreichs betrachtet.

1102

Der ungarische König Koloman Arpadović wird zum kroatisch- dalmatinischen König in Biograd gekrönt. Kroatien verliert mittels Pactom Conventum ihre Unabhängigkeit und ihre internationale Identität.

1409

Krönung des letzten Königs in Kroatien, Ladislav von Napuli, welcher Dalmatien an die Veneziern für 100000 Dukaten verkauft. Dalmatien bleibt in Besitz von Venedig bis 1797. Während der Herrschaft über Dalmatien holzen die Venezier fast die gesamte Meeresseite des Gebirges Velebit ab, was bis heute sichtbare Spuren hinterlassen hat. Während des 15. Jahrhunderts verheeren die Türken in diesem Gebiet. Das Parlament Kroatiens und Slawoniens vereinigen sich.

1527

Die Versammlung in Cetina wählt Ferdinand, mit habsburgischen Wurzeln, zum kroatischen König.

1593

Schlacht bei Sisak bringt einen entscheidenden Umschwung in den Kämpfen mit den Türken.

18 Jahrhundert

Kroatien ist unter ungarischer Obrigkeit. Istrien, Dalmatien, Dubrovnik, Boka Kotorska sind kurzfristig unter der Herrschaft von Napoleon.

19 Jahrhundert

Mitglieder der illirischen Bewegung befürworten den Gebrauch der kroatischen Sprache.
Das nationale Bewusstsein wird geweckt.

1868

Kroatisch- Ungarische Übereinkuft über den Zusammenschluss der Länder Kroatien und Ungarn.

1918

Bei einer ausserordentlichen Versammlung bringt das kroatische Parlament den Entschluss alle bisherigen Verbindungen Kroatiens, Slawoniens und Dalmatiens mit Ungarn und Österreich aufzulösen und sich dem unabhängigen Land von Slovenen, Kroaten und Serben anzuschliessen.

1918

Gründung des Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen unter der Herrschaft von Karađorđević.

1939

Gründung der kroatischen Banovina (Herrschaft des Statthalters).

1941-1949

Am 6. April 1941 greifen Deutschland und Italien das Königreich Jugoslawien an. Dieses kapituliert am 17. April 1941. Slavko Kvaternikov verkündet Kroatien als unabhängiges Land. Die antifaschistische Bewegung gewinnt an Stärke. Nach Ende des Krieges wird Kroatien zu einer föderalen Einheit im kommunistischen Jugoslawien.

1948

Revolution für den Schutz der kroatischen Interessen unter der Führung von Ban Josip Jelačić.

1990

Das kroatische Parlament beschliesst die Verfassung der Republik Kroatien, bekannt als Weihnachtsverfassung.

1991

Das kroatische Parlament beschliesst die Verkündung der unabhängigen Republik Kroatien.

1992

Die Europäische Gemeinschaft und die Mehrheit der übrigen Länder der Welt anerkennen Kroatien als souveränes und unabhängiges Land.
Eintritt in die Vereinten Nationen.

1995

Kroatien befreit in einer Militäraktion die Mehrheit der besetzen Gebiete.

1998

Mit der friedlichen Reintegration von Ostslawonien wird die Souverenität des ganzen Landes hergestellt.

KULTUR

Die kroatische Kultur ist ganz besonders interessant und beinhaltet ein breites Spektrum aus Architektur, Malerei, Bildhauerei, Musik, Theater, Film sowie andere Bereiche aus Kunst und Kultur.

Über die kroatische Kultur haben zahlreiche Schriftsteller Werke beschrieben welche zu umfangreich sind um sich hier auf den Seiten von Croaticum angemessen vorstellen zu können. Wir möchten uns im voraus bei jenen entschuldigen welche wir nicht erwähnen, welche es aber unbestreitbar verdient hätten erwähnt zu werden.

Die kroatische Literatur, Schreibkunde und Sprache haben während mehrerer Jahrhunderte bemerkenswerte Entwicklungen gemacht. Dies ist auf die verschiedensten geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Einflüsse in welchen sich Kroatien befunden hat zurückzuführen.
Das älteste erhaltene schriftliche Vermächnis in Stein ist die Baščanska ploča welche gegen Ende des 11. und Anfangs des 12. Jahrhunderts entstanden und zeugt von einer Schenkung seitens des Königs Zvonimir an die Kirche der Heiligen Lucia auf der Insel Krk.

Im 15. Jahrhunderst sind die Städte an der Küste die Zentren der literarischen Kultur. Šibenik, Zadar, Hvar und Dubrovnik sind bedeutende Quellen der Dichtkunst, Prosa und vor allem der Dramen.

Die ersten Vertreter der Malerei, Bildhauerkunst und Architektur waren während des 13. Jahrhunderts tätig. Die wichtigsten waren Andrija Buvina (Schöpfer des Portals zur Kathedrale in Split) und Radovan (Schöpfer des berühmten Portals der Kathedrale von Trogir).

Architektonische und bildhauerische Höhepunkte beim Übergang von der Gothik zur Renaissance sind den Werken von Juraj Dalmatinac zu verdanken, welcher in Split, Šibenik, Zadar, Pag und Ancona tätig war. Sein Werk die Kathedrale des Heiligen Jakobs in Šibenik gehört zu den grössten Errungenschaften der europäischen Renaissance.

Im 19. Jahrhundert kommt die Architektur Zagrebs in Schwung als grosse Stadtzentren wie z.B. Donji Grad aufgebaut oder ausgeweitet werden.

Zu dieser Zeit bestimmt Herman Bolle die Architektur in Zagreb. Damals wurden einige der schönsten Bauten Zagrebs wie z.B. das Theater, die kroatishce Akademie für Wissenschaft und Kunst, die erneuerte Kathedrale oder der Friedhof Mirogoj gebaut.

Die Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts ist geprägt durch den weltberühmten Ivan Meštrović.
Ein wichtiges Merkmal kroatischer Kunst ist die naive Kunst, wessen wichtigste Vertreter Ivan Rabuzin, Ivan Večernjaj und Ivan Lacković-Croata sind.

Grössen der kroatischen musikalischen Kunst sind Zinka Kunc, Milka Trnine, Jakov Gotovac, Lovro Matačić und viele andere mehr. Das Zagreber Philharmonieorchester, das älteste Symphonieorchester besteht seit 1870 und verspricht ein erstklassisches Erlebnis klassischer Musik.

Seit dem Mittelalter wird die Theaterkultur gross geschrieben und gepflegt. In fast allen urbanen Zentren wird das Theater zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.
Davon zeugt auch das 1612 eröffnetet Theater in Hvar, das älteste öffentliche Theater Europas.

Einige der berühmtesten Kroaten:

Kunst

Goran Višnjić
Rade Šerbedžija
Ivan Meštrović 1883-1962
Fabijan Šovagović 1932-2001
Lovro Matačić 1899-1985
Jakov Gotovac 1895-1982
Milka Trnina 1863-1941
Zinka Kunc 1905-1989
Juraj Dalmatinac anfangs des XV. Jahrhunderts-1473/75
Antun Augustinčić 1900-1979
Ivan Lacković Croata 1932-2004
Josip Generalić 1935-2004
Julije Klović 1498-1578
Slava Raškaj 1877-1906

Wissenschaft

Faust Vrančić 1511-1617
Ruđer Bošković 1711-1787
Nikola Tesla 1856-1943
Slavoljub Penkala 1871-1922
Lavoslav Leopold Ružička 1887-1976

Sport

Dražen Petrović 1964-1993
Krešimir Ćosić 1948-1995
Matija Ljubek 1953-2000
Janica Kostelić
Toni Kukoč
Dino Rađa
Robert Prosinečki
Davor Šuker
Zvonimir Boban
Ivano Balić
Vlado Šola
Goran Ivanišević
Ivica Kostelić

RELIGION

Neben den Katholiken sind noch 39 weitere Religioinen tätig in Kroatien.

Kroatien ist ein multikonfessionelles Land in welchem zahlreiche Kirchen und Religionen gepflegt werden, die meisten Anhänger gehören zur katholischen Kirche (88%).

Kroatien wurde territorial in 15 verschiedene Diözesen und die Metropolien Zagreb, Split- Makarska und Rijeka aufgeteilt.

Die griechisch- katholische Kirche hat ihr Zentrum in Zagreb. Die griechisch- katholische Kirche oder die Kirche ostslawischer Riten hat ihre eigenen Recht welche sich in ihrer Messe des bizantinischen Liturgie bedient und diese in griechisch oder altslawenischen Sprachen abhält.
Die serbisch- orthodoxe Kirche, wessen höchstes Oberhaupt der Patriarch mit Sitz in Belgrad ist, ist die zweigrösste Religion in Kroatien. Diese wird in 5 Eparchien, Zagreb- Ljubljana, Slavonien, Dalmatien, Oberkarlovac, Osjek und Baranja.

Die jüdische Gemeinschaft ist in fünf jüdische Gemeinden, Zagreb, Osijek, Rijeka, Split und Dubrovnik und wird durch den Rabbiner geführt.

Die islamische Gemeinschaft ist in 13 verschiedene Einheiten aufgeteilt: Dubrovnik, Gunja, Labin, Osijek, Poreč, Pula, Rijeka, Sisak, Slavonski Brod, Split, Umag, Varaždin und Zagreb.

FotogalerieDjakovo Katedrala Medvedgrad